Tölzer PlanetariumWas ist ein Planetarium

Ein Planetarium ist KEINE Sternwarte!

Oftmals wird ein Planetarium mit einer Sternwarte verwechselt. Die beiden ergänzen sich. Ein Planetarium ist ein Simulator für den Sternhimmel, der an eine Kuppel projiziert wird. Man sieht also immer den gesamten Himmel des jeweils eingestellten Standorts. Das Planetarium ist wetter-unabhängig.

In der Sternwarte benutzt man Teleskope, um Objekte des Himmels „heranzoomen“ und genauer betrachten zu können. Das funktioniert nur bei klarem Himmel und in der Nacht.

Die Technik-meisterhaftes Handwerk

Unser Planetarium besitzt einen Zeiss-Projektor vom Typ ZKP 1. Er wurde 1962 in Jena bei Zeiss-Ost gebaut, und war zunächst im Schulplanetarium in Magdeburg im Einsatz.

Er kam nach der Wende nach Mainz und wurde von Albert Maly-Motta im Sommer 2009 erworben. 260 solche Geräte sind gebaut worden, unseres hat die Nummer 228. Wegen der kleinen Serien ist das Gerät praktisch Handarbeit.

Dieser Projektor kann mit rein optischer Technik 5500 Sterne an der 6m durchmessenden Kuppel des Planetariums abbilden. Dafür besitzt er eine sog. „Fixstern-Kugel“ mit 22 cm Durchmesser. In dieser Kugel, die ein Meisterwerk der Feinmechanik und Optik ist, befinden sich 31 kleine „Dia“-Projektoren. Sie bekommen von einer im Zentrum der Kugel angebrachten 12 V / 50 W Lampe ihr Licht. Jeder Projektor deckt ein Sternfeld mit 100-200 Sternen ab.

Jeder Stern am künstlichen Himmel ist ein winziges Loch in einer nur wenige cm durchmessenden Kupferfolie, die in den Sternprojektoren als Dia verwendet wird. Diese Sternfolien wurden von einer Spezialisten-Familie in Jena mit der Hand hergestellt.

Nachdem sich die Sternkugel im Betrieb dreht, müssen die Projektoren beim Erreichen des Horizonts abgeblendet werden. Dies geschieht durch kleine mechanische Blenden, die nach dem Prinzip der Puppen-Augen funktionieren und durch die Schwerkraft gesteuert werden.

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Geschichte / Oskar v. Miller

Der Gründer des Deutschen Museums suchte vor dem 1. Weltkrieg eine Möglichkeit, den Besuchern den Sternhimmel nahezubringen.

Er ging mit dieser Idee zur Firma ZEISS, die bereits Weltruf als Hersteller präziser optischer Instrumente hatte. Zunächst wurde eine Art „kopernikanisches“ Planetarium geplant und gebaut, bei dem die Sonne und Planeten an der Decke eines kreisrunden Raums befestigt waren und per Getriebe bewegt wurden. Diese Idee konnte wegen der geringen Zuschauerzahlen, die in dem Raum Platz fanden, nicht überzeugen.

Walther BAUERSFELD, damals Chefingenieur bei ZEISS, hatte erst nach dem Krieg Zeit, sich mit der Thematik zu befassen. Er tat es gründlich und mit einer vollkommen neuen Idee: Er schlug vor, eine halbkugelförmige Kuppel als Projektionsfläche zu verwenden, auf die ein Projektor in der Mitte des Raums Bilder der Sterne und Planeten werfen sollte.

Dies war die Geburts-Stunde des Zeiss-Planetariums, das weit über München hinaus zu einem Welterfolg werden sollte. 1923 erstrahlte erstmals der künstliche Sternhimmel in einer Versuchskuppel auf dem Dach des Zeisswerks in Jena.

Der historische Projektor, das sog. Münchner Gerät, ist noch heute im Deutschen Museum zu bewundern.

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Erste Kuppel 1923 Jena
Oskar v. Miller
Walther Bauersfeld
Walther Bauersfeld

Der Bau des Planetariums

Im Jahr 2009 konnte Albert Maly-Motta-Motta das Zeiss-Projektionsgerät erwerben. Der Tölzer Stadtrat beschloss dann die Errichtung des Planetariums, der Baubeginn war im August 2012.

Der Sternprojektor konnte am 6. Dezember 2013 erstmals in der Kuppel in Betrieb gehen.
Die Planetariumskuppel ist aus Ziegelsteinen erbaut und dann mit nur wenigen Millimetern Toleranz verputzt worden.
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